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Zusammenfassung​

Die Industrielle Revolution war die Zeit, in der Menschen begannen, Maschinen für die Arbeit zu nutzen. Dadurch konnten viel mehr Dinge schneller hergestellt werden. Gleichzeitig zogen viele Menschen vom Land in die Städte, da dort neue Arbeitsplätze entstanden.

Ursachen der Industriellen Revolution​

  • Die Industrielle Revolution begann in England (1780), da dort viele Bedingungen gepasst haben. England hatte eine gute Infrastruktur, darunter gehören viele Häfen und ein gut ausgebautes Netz aus Kanälen, über das Waren schnell transportiert werden konnten. Als Weltmacht konnte das Land außerdem billig Rohstoffe aus ihren Kolonien einführen.
  • Durch Verbesserungen in der Landwirtschaft wuchs die Bevölkerung stark. Gleichzeitig brauchten Bauern weniger Arbeitskräfte, da neue Methoden und Geräte die Arbeit erleichterten. Viele Menschen suchten deshalb neue Jobs und fanden sie in den entstehenden Fabriken in den Städten.
  • Im späteren Deutschland spielten politische Veränderungen eine große Rolle. Die sogenannte Bauernbefreiung (Abschaffung alter Abhängigkeiten) und die Gewerbefreiheit (jeder durfte Unternehmen ein Handwerk oder ein gründen) erleichterten wirtschaftliches Wachstum. Der Deutsche Zollverein schaffte Handelsgrenzen zwischen den vielen kleinen Staaten ab, sodass Waren leichter verkauft werden konnten.

Technische Entwicklungen der Industriellen Revolution​

  • In England begann die erste Phase der Industriellen Revolution damit, dass eine neue Maschine erfunden wurde, die Dampfmaschine. Sie funktionierte, indem Wasser erhitzt wurde und der entstehende Dampf Kraft erzeugte. Dafür wurde viel Kohle benötigt, weshalb der Kohleabbau stark zunahm. Die Dampfmaschine machte es möglich, viel schneller und mit weniger Personal zu arbeiten. Sie trieb auch neue Geräte wie den mechanischen Webstuhl und die Spinnmaschine an. Dadurch wurde die Textilherstellung zum wichtigsten Wirtschaftszweig Englands
  • Ab etwa 1830 setzte eine zweite Phase der Industriellen Revolution ein. Diesmal spielte der Bau von Eisenbahnen die größte Rolle. Die Eisenbahn beschleunigte den Transport von Menschen, Waren und Post und sorgte dafür, dass die Wirtschaft noch schneller wachsen konnte. In Deutschland entwickelte sich in dieser Zeit vor allem die Schwerindustrie weiter, also Bereiche wie Stahl- und Maschinenproduktion. In den schnell wachsenden Fabriken konnten nun mithilfe des Fließbandes große Mengen an Produkten in kurzer Zeit hergestellt werden.

Veränderte Gesellschaftsstruktur der Industriellen Revolution​

  • Der technische Fortschritt und das starke Wirtschaftswachstum veränderten das Leben der Menschen grundlegend. Aus einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen in der Landwirtschaft arbeiteten, wurde eine Industriegesellschaft, in der Fabriken und Maschinen den Alltag bestimmten. In Preußen führten politische Veränderungen wie die Bauernbefreiung (Bauern waren nicht mehr an Grundherren gebunden), die Auflösung alter Handwerksregeln und die Gewerbefreiheit dazu, dass viele Kleinbauern und Landarbeiter in die Städte zogen, um dort Arbeit zu finden.
  • Die alte Ständegesellschaft, in der Menschen je nach Geburt einer festen sozialen Gruppe angehörten, verlor an Bedeutung. Eine neue Klasse entstand, die Arbeiterschaft, die in Fabriken arbeitete. Gleichzeitig gewann das Bürgertum an Einfluss, weil es über Geld, Fabriken und Maschinen verfügte. Für den sozialen Aufstieg zählten nun nicht mehr Herkunft und Familie, sondern vor allem Bildung, Leistung und Vermögen.

Soziale Probleme während der Industriellen Revolution​

  • Die Industrielle Revolution brachte nicht nur Fortschritt, sondern auch große soziale Probleme mit sich. Viele Menschen verließen ihre Dörfer und zogen in die Städte, um in Fabriken für einen Lohn zu arbeiten. Dort lebten Arbeiterfamilien jedoch oft in sehr schlechten und überfüllten Wohnungen.
  • Die Fabrikbesitzer zahlten extrem niedrige Löhne, sodass viele Familien kaum genug Geld zum Leben hatten. Deshalb mussten häufig auch Frauen und Kinder mitarbeiten, oft in Heimarbeit oder unter gefährlichen Bedingungen. Da es noch keine Arbeits- oder Sozialversicherungen gab, waren die Menschen im Krankheitsfall oder bei Arbeitsunfällen völlig ungeschützt.
  • Diese weit verbreitete Armut wird Pauperismus genannt. Um diese soziale Not zu verringern, entstanden verschiedene Ideen und Lösungsansätze, die später als “soziale Frage” bekannt wurden.

Eine Gesellschaft ohne Klassen​

  • Im Jahr 1848 veröffentlichten Karl Marx und Friedrich Engels ein Buch mit dem Titel “Manifest der Kommunistischen Partei” Darin erklärten sie, dass die Gesellschaft ihrer Zeit sehr ungerecht sei, weil reiche Fabrikbesitzer viel Macht hatten, während die Arbeiter hart arbeiteten und trotzdem arm blieben.
  • Marx und Engels glaubten, dass die Arbeiterklasse immer weiter wachsen würde. Irgendwann, so ihre Vorstellung, würden die Arbeiter erkennen, wie ungerecht ihre Lage sei, sich zusammenschließen und die politische Macht übernehmen. Dadurch sollte eine neue Gesellschaft entstehen, in der alle Menschen gleichgestellt sind und niemand andere ausbeuten kann. Ihr Ziel war eine Gesellschaft ohne soziale Klassen, in der alle die gleichen Chancen haben.